Gewaltig endet so das Jahr mit goldnem Wein und Frucht der Gärten — Erntedankfest 2018

Am Sonn­tag, dem 7. Okto­ber 2018, ver­sam­mel­ten sich wie­der Mit­glie­der und Gäste der Kreis­gruppe Bonn der Lands­mann­schaft Schle­sien in der Stadt­halle Bonn-Bad Godes­berg zum Ern­te­dank­fest. Der Vor­sit­zende Ste­phan Rau­hut begrüßte die Gäste und über­brachte Grüße des Diö­ze­san­be­auf­trag­ten für Ver­trie­be­nen– und Aus­sied­ler­seel­sorge im Erz­bis­tum Köln, Pfar­rer Rai­ner Hover­ath; dabei wies er zugleich auf die Hei­lige Messe zu Ehren der Hei­li­gen Hed­wig am 21. Okto­ber 2018 im Köl­ner Dom hin.  Rau­hut sprach in sei­ner Rede die mit dem Koali­ti­ons­ver­trag der Regie­rungs­par­teien in Nie­der­sach­sen vor­ge­nom­mene Wei­chen­stel­lung an, wonach die Gemein­schaft der Schle­sier dort jetzt eine stär­kere Berück­sich­ti­gung in der Poli­tik des Lan­des erwar­ten kann. Auch berich­tete er vom Kul­tur­fes­ti­val der Deut­schen Min­der­heit in Polen im ver­gan­ge­nen Sep­tem­ber in der Bres­lauer Jahr­hun­dert­halle; dabei stellte er her­aus, dass es gerade auch die pol­ni­sche Gesell­schaft ist, die sich bemüht, die deut­schen Kul­tur­denk­mä­ler in Schle­sien zu erhal­ten.  Herr Fer­ber führte mit Georg Tra­kls Gedicht „Ver­klär­ter Herbst“ und des­sen Wor­ten „Gewal­tig endet so das Jahr mit gold­nem Wein und Frucht der Gär­ten…“ zum Ern­te­dank hin und schil­derte die Viel­zahl und Viel­ar­tig­keit der Früchte des Herbs­tes neben dem Getreide in Schle­sien: Zucker­rü­ben, Lie­gnit­zer Gur­ken, Bres­lauer Kräu­ter, Grün­ber­ger Wein, Tabak aus War­tha und Ohlau, Milit­scher Karp­fen, Holz und man­ches mehr.

Nach einem gemein­sam gesun­ge­nen Lied zu Ern­te­dank seg­nete Pfar­rer Gün­ter Schmitz-Valadier von der Evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­meinde Wacht­berg die auf und um einen Tisch auf­ge­stell­ten Ern­te­ga­ben. In sei­nem Geist­li­chen Wort wür­digte er den Ern­te­dank als beson­ders lebens­na­hes Fest und des­sen Bezug zur Schöp­fung ins­ge­samt. Er zeigte auf, dass Ern­te­dank  das Ende gro­ßer Mühen bedeu­tet, die man nicht beein­flus­sen kann. Anknüp­fend an das Schle­si­er­lied (Kehr ich einst zur Hei­mat wie­der…), ein Abschieds­lied, kenn­zeich­nete er den Ern­te­dank wei­ter als Anlass zum Dank, dass man nach dem Ver­lust der Hei­mat hier im Wes­ten wie­der Fuß fas­sen konnte; und letzt­lich ver­deut­lichte er den Ern­te­dank als Anlass zur Zuver­sicht auf eine Hei­mat auch im Reich Got­tes. Ste­phan Rau­hut dankte Pfar­rer Schmitz-Valadier für die ein­fühl­sam und glau­bens­stark gestal­tete Feier.

Michael Fer­ber fügte eine Text zur schle­si­schen Kir­mes an. Zum Abschluss ver­stei­gerte er die Erntedank-Puppe, dies­mal eine schöne Mario­net­ten­fi­gur. Ein schö­ner, ein­drucks­vol­ler und zum Nach­den­ken anre­gen­der Nach­mit­tag ging zu Ende.

Text und Fotos: Dr. Ingolf Au

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>