Summer, Summer, Summer … Frühlingsfest und Sommersingen

Obwohl der Win­ter sich noch ein­mal mit etwas Schnee und fros­ti­ger Kälte zurück­ge­mel­det hatte, konnte der stell­ver­tre­tende Vor­sit­zende der Kreis­gruppe Bonn Alfred Dama­schek am Sonn­abend, dem 17. März 2018, recht viele Mit­glie­der und Gäste zum Früh­lings­fest und Som­mer­sin­gen in der Bad Godes­ber­ger Stadt­halle begrü­ßen. Kla­vier– oder Key­board­be­glei­tung stand dies­mal lei­der nicht zur Ver­fü­gung; den­noch erklan­gen bald frohe Lie­der im Saal, teils mit CD-Begleitung, teils ohne Musik­be­glei­tung. Dazwi­schen erzählte Michael Fer­ber anschau­lich mit vie­len Vers-Beispielen über den schle­si­schen Brauch des Som­mer­sin­gens am 3. Sonn­tag vor Ostern (Lätare): Die Kin­der zogen mit ihren bunt geschmück­ten Som­mer­ste­cken von Haus zu Haus und san­gen als „Hei­sche­versl“ etwa:

„Sum­mer, Sum­mer, Sum­mer,
ich bin a klen­ner Pum­mer,
ich bin a klen­ner Kee­nich,
gatt mer nich zu wenich,
lusst mich nich zu lange stiehn,
ich muss a Häusla wet­ter giehn“.

Für gespen­dete Bre­zeln, Eier, Süßig­kei­ten, „Bee­gla“ (ring­för­mi­ges Schaum­ge­bäck) oder einen „Beem“ (Zehn­pfen­nig­stück) bedank­ten sie sich dann z.B. mit dem Lied:

„Die goldne Schnur geht um das Haus,
die schöne Frau Wir­tin geht ein und aus,
sie ist wie eine Tugend, ja Tugend.
Wenn sie mor­gens früh auf­steht
und in die liebe Kir­che geht,
da setzt sie sich an ihren Ort
und hört gar flei­ßig Got­tes Wort.“

Aber die Kin­der mach­ten auch ihrem Unmut deut­lich Luft, wenn die Tür nicht geöff­net wurde:

„Hieh­ner­mist, Taub­a­mist,
ei dam Hause kriggt ma nischt,
is doas nich ‘ne Schande
ei dam ganza Lande!“

Noch heute werde, so berich­tete Michael Fer­ber, der Brauch des Som­mer­sin­gens viel­fach in der Lands­mann­schaft Schle­sien, aber auch in Volks­tanz– und Trach­ten­grup­pen weitergeführt.

Der spon­tane Bericht eines schle­si­schen Gas­tes, der in Tra­chen­berg (Land­kreis Militsch) gebo­ren wurde, über seine Bezie­hung zu Schle­sien fand gro­ßes Inter­esse und bewegte man­chen Zuschauer; gern wurde auch ver­nom­men, dass er der Kreis­gruppe Bonn beige­tre­ten ist. Mit dem gemein­sam gesun­ge­nen Lied „Kein schö­ner Land …“ ging schließ­lich ein net­ter Nach­mit­tag zu Ende. Der Früh­ling sollte jetzt doch end­lich kommen!

Dr. Ingolf Au
Fotos: Dr. Man­fred Gött­lich

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