Ostdeutscher Winterball 2015

Über die Jahre ist er schon zu einer Tra­di­tion und fes­tem Bestand­teil des kul­tu­rel­len Lebens in Bonn gewor­den: der Win­ter­ball der Ost­deut­schen Lands­mann­schaf­ten. Der BDV hatte zum 28. Februar 2015 wie­der in die Stadt­halle Bonn-Bad Godes­berg gela­den. Die Zahl der Teil­neh­mer reichte lei­der nicht ganz an die Werte der Vor­jahre heran aber der kleine Saal war gut gefüllt.

Ste­phan Rau­hut, Bun­des­vor­sit­zen­der der Schle­si­schen Lands­mann­schaft und Lei­ter der schle­si­schen Kreis­gruppe Bonn begrüßte die Gäs­te­schaar und ver­säumte es nicht, einige der Anwe­sen­den, die sich beson­ders um die Orga­ni­sa­tion der Lands­mann­schaf­ten und Wach­hal­ten der Erin­ne­rung an den ehe­ma­li­gen Deut­schen Osten ver­dient gemacht haben, für ihr Enga­ge­ment her­aus­zu­stel­len. Weit oben auf der Verdienstvollen-Liste steht ohne Zwei­fel der Bon­ner Ver­tre­ter der Ost­preu­ßen, Man­fred Ruhnau. Mit gro­ßem per­sön­li­chem Ein­satz hat er über Jahre dafür gesorgt, dass in Bonn zum Tag der Hei­mat der Ost­deut­sche Markt­tag mit Stän­den der ver­schie­de­nen Grup­pen durch­ge­führt wurde. Den Win­ter­ball hat er eben­falls aus der Taufe gehoben.

Ein wei­te­rer Name, der durch eine Ehrung in Erin­ne­rung blei­ben sollte, ist Eli­mar Schubbe. Orga­ni­sa­to­risch eben­falls bei den Ost­preu­ßen ange­sie­delt hat er sich viel Jahre für die Sache der Deutsch-Balten stark gemacht. So ver­weist der aus Est­land stam­mende u.a. dar­auf, dass Luthers Refor­ma­tion in die­sen Län­dern schon Fuß grei­fen konnte, bevor sie sich im Reich etablierte.

Bei einem Ball soll­ten natür­lich Musik und Tanz im Vor­der­grund ste­hen und so for­derte die Kapelle „Song Memory“ (Wer­ner Schu­ma­cher + Harald Becker) mit hand­ge­mach­ter Musik zu einem ers­ten Tänz­chen auf. Daran anschlie­ßend lie­ferte die Brü­cken­ber­ger Trach­ten­gruppe einen schwung­vol­len und niveau­vol­len Bei­trag. Die bereits 1953 gegrün­dete schle­si­sche Volks­tanz­gruppe, seit Beginn treues Mit­glied der Lands­mann­schaft, prä­sen­tierte ihr bemer­kens­wer­tes Kön­nen. Über die Jahre hat die Gruppe in ver­schie­de­nen inter­na­tio­na­len Volks­tanz­ver­an­stal­tun­gen Wett­be­werbs­er­fah­run­gen sam­meln und auch Aus­zeich­nun­gen erwer­ben können.

Nach wei­te­ren Tanz­ein­la­gen trat der „Sin­gende Käpt‘n“ (Die­ter Klein,  www.der-singende-käptn.de) vors Publi­kum. Mit auf Deutsch vor­ge­tra­ge­nen Swing-Nummern und eini­gen Deut­schen Schla­gern, vor­wie­gend aus den Sech­zi­gern prä­sen­tierte sich der Künst­ler als Rheinland-Fan. So hatte er kein Pro­blem damit, Hans Albers „auf der Ree­per­bahn“ mit eige­nem Text als „Rheinschiffer-Käpt‘n in Rhei­ni­scher Ver­sion vorzutragen.

Wie jedes Jahr war auch dies­mal wie­der ein Basar orga­ni­siert wor­den. Haupt­ge­winn, gestif­tet vom Euro­pa­ab­ge­ord­ne­ten Axel Voss, war eine Reise nach Brüs­sel. Gra­tu­la­tion an die Gewinnerin.

Die etwas gerin­gere Besu­cher­zahl in die­sem Jahr fiel zwar optisch nicht ins Auge, die Orga­ni­sa­to­ren der Ver­an­stal­tung sehen bei rück­läu­fi­gen Zah­len aller­dings die Gefahr, dass der erhoffte finan­zi­elle Über­schuss immer gerin­ger aus­fal­len könnte und spä­ter, vor allem bei der Finan­zie­rung des Ost­deut­schen Markt­ta­ges fehlt. Die Haus­halts­sperre NRW des ver­gan­ge­nen Jah­res, die zum Weg­fall des Lan­des­zu­schus­ses geführt hatte, war eine schmerz­li­che Erfah­rung, wie es ist, wenn die eigene Rück­la­gen­de­cke zu dünn ist. Lasst uns hof­fen, dass wir es die­ses Jahr und auch zukünf­tig schaf­fen, den Lands­mann­schafts­ge­dan­ken leben­dig zu halten.

Dr. Man­fred Göttlicher

Zur Bil­der­ga­le­rie

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>