Die Sonnenfürsten in Bonn“

In ihrer April-Veranstaltung hatte die Lands­mann­schaft Schle­sien, Kreis­gruppe Bonn einen geschicht­li­chen Vor­trag im Pro­gramm., Dem Thema „Die Son­nen­fürs­ten in Bonn“ konnte man schon ent­neh­men, dass es dies­mal nicht um Schle­sien ging; die­je­ni­gen, die sich den­noch auf den Weg in die Godes­ber­ger Stadt­halle gemacht hat­ten, wur­den von der Refe­ren­tin durch einen inter­es­san­ten und leben­di­gen Vor­trag belohnt. So ließ Frau Schultze-Rhonhof, unter­stützt durch his­to­ri­sches Bild­ma­te­rial, die Zeit des Barock und Rok­koko in der Resi­denz­stadt am Rhein noch ein­mal auf­le­ben. Zu einer Zeit, als sich Schle­sien im Über­gang zwi­schen der Herr­schaft der Donau­mon­ar­chie und Preu­ßens befand, resi­dier­ten in Bonn zwei Ver­tre­ter aus dem Hause der Wit­tels­ba­cher: Joseph Cle­mens (Regent­schaft von 1688 bis 1723) und sein Neffe Cle­mens August (1723 bis 1761) als Erz­bi­schof von Köln und welt­li­cher Kurfürst.

Ihnen ver­dan­ken die Rhein­län­der eine Reihe stadt­bild­prä­gen­der Bau­ten und Anla­gen, wobei Josef Cle­mens wesent­lich durch sei­nen Auf­ent­halt am Hof des „Son­nen­kö­nigs“ im fran­zö­si­schen Exil inspi­riert wor­den war. In Bonn sind es vor allem das kur­fürst­li­che Schloss, das Schloss Pop­pels­dorf (Cle­mens­ruhe) und die sie ver­bin­dende Allee­nachse, die ursprüng­lich ein Kanal wer­den sollte sowie die Kir­che mit der hei­li­gen Stiege auf dem Kreuz­berg. Andere Anla­gen sind im Laufe der Zeit wie­der ver­schwun­den, wie das Wein­berg­schlöss­chen am Stand­ort des heu­ti­gen Beet­ho­ven­gym­na­si­ums oder das Jagd­schloss Her­zogsfreude im Orts­teil Rött­gen, das als Stein­bruch diente und somit sozu­sa­gen in zahl­rei­chen Bon­ner Gebäu­den weiterlebt.
Beide Regen­ten lieb­ten das gesell­schaft­li­che Leben, vor allem die Musik. Dazu gehörte eine eigene Hof­ka­pelle, zu der auch Beet­ho­vens Vater zählte. Eine wei­tere Lei­den­schaft war die Jagd. Für die Fal­ken­jagd gab es eigene pracht­volle Gewän­der. Das Geld für die­sen aus­schwei­fen­den Lebens­stil besorgte man sich von wem immer man es bekom­men konnte. Wech­selnde Bünd­nisse und Hul­di­gun­gen waren kenn­zeich­nend für die baye­ri­schen Herr­scher am Rhein. Poli­tisch jedoch waren sie eher unbedeutend.
Am Ende des Vor­tra­ges bot Frau Schultze-Rhonhof den Mit­glie­dern der Kreis­gruppe eine eigene Füh­rung durch das Bon­ner Stadt­mu­seum an, die Herr Rau­hut gerne annahm. Ein Ter­min hier­für wird noch vereinbart.
Dr. Man­fred Göttlicher

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